Jan Sperrhake präsentiert erste Ergebnisse bei der Langen Nacht der Wissenschaften 2019 in der Lichtwerkstatt.
Wasserzeichen

Feuer & Flamme für das Entrepreneurship

Erfolg ist kein Zufall, sondern Bereitschaft
Jan Sperrhake präsentiert erste Ergebnisse bei der Langen Nacht der Wissenschaften 2019 in der Lichtwerkstatt.
Foto: Lichtwerkstatt

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Wenn Jan Sperrhake von seinen Schritten in die Selbstständigkeit erzählt, dann immer mit leuchtenden Augen: „Das Arbeiten im Team an einer Idee, die wir gemeinsam weiterentwickeln, hat etwas ganz Besonderes! Durch die vielen Gespräche bei der Forschung wurden Erfahrungen aus Erfolgen und Misserfolgen gesammelt, aus der sich ein gemeinsames Mindset und ein starker Kitt im Team entwickelte. Insbesondere schulte dabei auch die fachübergreifende Kommunikation mit meiner Kollegin aus der Sportwissenschaft und Stressforschung, Maria Nisser. Aber auch die erfolgreichen Praxistests in der Kinderklinik waren für uns hochmotivierend!“

Angefangen hat die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Graduiertenschule und Forschungsprojekten der Innovationsallianz 3Dsensation, deren Schwerpunkt auf die Schnittstellengestaltung Mensch – Maschine mittels 3D Technologien lag. Hier wurden Grundlagen innerhalb des interdisziplinären Projekts „NeoVital“ entwickelt, welches sich mit berührungslosen Verfahren zur Überwachung der Vitalfunktionen von Neugeborenen beschäftigte. Die vielversprechenden Ergebnisse und das Ziel – Forschungsergebnisse in echten Nutzen für Menschen zu überführen – motivierte, über die Förderziele des Projektes hinaus weiterzudenken, sodass die Praxisaspekte immer weiter in den Vordergrund rückten. Daraus ergaben sich wichtige Verknüpfungen und Synergien, wie die mit der Kinderklinik des Universitätsklinikums. „Es reicht, wenn es sich gezeigt hat, dass die Idee bzw. Technologie Potential hat. Man muss dann die Idee nicht totforschen oder viel Zeit verschwenden auf die Vorbereitungen zum Entrepreneurship, sondern einfach machen!“ lacht Jan Sperrhake.

Dass sie auf der richtigen Spur waren, zeigte schon 2019 die Auszeichnung mit dem Edmund Optics Educational Award, denn deren Jury prüfte die eingereichten Ideen mittels mehrstufigen Verfahren auf Anwendungsperspektiven und unternehmerische Aspekte. Spätestens jetzt fingen die beiden Gründer Feuer und Flamme und wollten diesen Erfolg außerhalb universitärer Strukturen eigenständig und kreativ frei ausbauen.

„Sehr geholfen haben uns vor allem auch Kritiker. Sie weißen auf Schwachstellen im Konzept hin und wecken Neugier auf andere Aspekte. Dadurch haben wir viel Input auf die verschiedenen Nutzersichtweisen - Patient - Pflegekraft - Vertriebsweg usw. bekommen und uns damit auseinandergesetzt. Das kann man als iterativen Prozess betrachten, der den Blick schärft und ich mich dabei der Frage stellen musste, ob Geschäftsführung überhaupt zu mir passt – letztlich teilen wir die Aufgaben im Unternehmen je nach Kompetenz und auch Enthusiasmus für die Sache. Ich muss Antworten finden bzw. mich dazu positionieren und bin entsprechend gut vorbereitet, um Chancen zu erkennen und wahrnehmen zu können. Erfolg ist also kein Zufall, sondern Bereitschaft!“ Viele dieser kritischen Fragen kamen von anderen Gründern und über die sagt Jan Sperrhake: „Entrepreneurship ist sehr sozial, weil die Leute gern ihre Ideen und Erfahrungen austauschen.“

Seit Ende 2021 gibt es die Xsight Optics GmbH, deren Ziel es ist den klinischen Alltag durch einen mobilen, kontaktlosen medizinischen Sensor erheblich zu erleichtern – ähnlich dem Tricorder aus der Serie „Raumschiff Enterprise“. Partner für ein globales Netzwerk zu Anwendern, Entwicklern, Unterstützern sowie Vertrieb stehen dem jungen Unternehmen aus Jena zur Seite, sodass Maria Nisser und Jan Sperrhake gespannt und voller Enthusiasmus in die Zukunft blicken.